VPN im Unternehmen

Warum wir die Diskussion neu führen müssen

VPN in Unternehmen - warum wir die Diskussion neu führen müssen

VPN im Unternehmen gehört seit vielen Jahren zum Standard für sicheres Arbeiten von unterwegs. Und das aus gutem Grund: Ein VPN (Virtual Private Network) verschlüsselt in der Regel die Verbindung zwischen einem Endgerät und dem Unternehmensnetzwerk und schützt die übertragenen Daten vor unbefugtem Zugriff.

Deshalb möchten wir gleich zu Beginn etwas klarstellen:

VPN ist keine unsichere Technologie.

Wenn wir aktuell über VPN diskutieren, dann nicht, weil die Technologie versagt hätte. Sondern weil sich die Art verändert hat, wie Unternehmen arbeiten, Mitarbeiter angebunden werden – und wie moderne IT-Sicherheit heute gedacht wird.

Würden Sie VPN im Unternehmen heute noch genauso einsetzen?

Nicht jeder braucht einen direkten Netzwerkzugang

Stellen wir uns vor, Sie würden die IT Ihres Unternehmens von Grund auf neu planen können.

Mit moderner Next Generation Firewall, Netzwerksegmentierung, Multifaktor-Authentifizierung, Monitoring, professionell verwalteten Endgeräten, Cloud-Diensten und aktuellen Sicherheitsstandards.

Würden Sie dann automatisch jedem Mitarbeiter einen Zugang zum Unternehmensnetzwerk geben?

Oder würden Sie nicht doch zuerst fragen:

  • Welche Anwendungen benötigt der Mitarbeiter?
  • Welche Daten benötigt er?
  • Welche Systeme muss er tatsächlich erreichen?
  • Benötigt er dafür überhaupt einen vollständigen Netzwerkzugang?

Die meisten Geschäftsleitungen würden sich heute vermutlich für den neuen Weg entscheiden.

Und genau deshalb lohnt es sich, die Diskussion rund um VPN – besonders in kleinen und mittleren Unternehmen – neu zu führen.

Die entscheidende Sicherheitsfrage liegt nicht im VPN allein, sondern in dem, was davor geprüft und welcher Zugriff danach erlaubt wird.

Das eigentliche Risiko für Unternehmen liegt nicht im VPN

Bei modernen, korrekt konfigurierten VPN-Lösungen ist meist nicht die verschlüsselte Verbindung selbst das zentrale Problem. Kritisch wird es dann, wenn nach der Anmeldung zu viele Systeme erreichbar sind oder wenn nicht ausreichend geprüft wird, von welchem Gerät der Zugriff erfolgt.

Vor der Anmeldung muss sichergestellt werden, dass tatsächlich der berechtigte Benutzer auf das System zugreift. Multifaktor-Authentifizierung kann das Risiko durch gestohlene Zugangsdaten deutlich reduzieren. Sie ist jedoch nicht in jeder VPN-Lösung selbstverständlich verfügbar und schützt vor allem nur den Anmeldevorgang.

Die größere Herausforderung entsteht nach der erfolgreichen Anmeldung.

Viele Cyberangriffe beginnen heute mit Phishing, kompromittierten Benutzerkonten oder bereits infizierten Endgeräten. Auch ein formal legitim angemeldeter Benutzer oder ein kompromittiertes Gerät kann anschließend zum Risiko werden, wenn Berechtigungen zu weit gefasst sind oder interne Systeme ohne klare Begrenzung erreichbar bleiben.

Entscheidend ist daher nicht nur, ob die Verbindung sicher aufgebaut wird. Entscheidend ist, welche Systeme und Daten nach der Anmeldung tatsächlich erreichbar sind – und ob ein kompromittiertes Konto oder Gerät sich ungehindert im Unternehmensnetzwerk bewegen kann.

Wichtig ist auch was vor und was nach dem VPN passiert.

Nicht jeder Remote-Zugriff benötigt einen Netzwerkzugang

Alternativen zu VPN, weil nicht jeder benötigt einen Netzwerkzugang

Viele Anwendungen, die früher einen VPN-Zugang erforderten, lassen sich heute anderes bereitstellen. Dazu gehören Cloud-Dienste, webbasierte Anwendungen, gezielte Remote- oder Fernwartungszugriffe.

Für den Zugriff auf eine einzelne Anwendung oder einen bestimmten Arbeitsplatzrechner ist ein vollständiger Netzwerkzugang oft nicht mehr der sinnvollste Ansatz. Moderne Zugriffskonzepte stellen möglichst nur die Ressourcen bereit, die für die jeweilige Aufgabe tatsächlich benötigt werden. 

Das reduziert die Komplexität und begrenzt zugleich mögliche Schäden im Erstfall. Denn je weniger Systeme erreichbar sind, desto kleiner ist die Angriffsfläche.

VPN ist nicht immer der praktikabelste Zugriffsweg für Unternehmen

Neben den Sicherheitsaspekten spielt auch die Alltagstauglichkeit eine Rolle.

Je nach eingesetzter VPN-Technologie können öffentliche WLANs, Hotelnetzwerke oder Gastzugänge den Verbindungsaufbau erschweren. Gerade unterwegs, wo VPN besonderes häufig genutzt wird, kann das zu zusätzlichem Supportaufwand und Frust bei den Benutzern führen.

Auch deshalb lohnt sich die Frage, ob VPN für jeden Anwendungsfall wirklich der beste Weg ist. In manchen Situationen ist ein gezielter Remote-Zugriff auf eine Anwendung oder einen Arbeitsplatzrechner einfacher, stabiler und besser kontrollierbar als ein vollständiger Zugang zum Netzwerk.

VPN bleibt zwar ein wichtiges technisches Werkzeug. Es sollte aber nicht automatisch die Standardantwort auf jede Form von Remote-Arbeit sein.

Manche VPN funktionieren nicht überall zuverlässig

IT-Sicherheit entscheidet sich am Endgerät

Mit unseren IT-Service-Flatrates haben wir auch die Endgeräte im Blick

Unabhängig vom gewählten Zugriffsweg bleibt jedoch ein wichtiger Grundsatz immer bestehen: Die Sicherheit hängt wesentlich vom verwendeten Endgerät ab.

Besonders kritisch wird es, wenn private oder nicht vollständig verwaltete Geräte eingesetzt werden. In solchen Fällen kann die IT nicht zuverlässig erkennen, ob Sicherheitsupdates fehlen, Schadsoftware vorhanden ist oder verdächtige Aktivitäten stattfinden.

Professionell verwaltete Endgeräte, regelmäßige Sicherheitsupdates, ein EDR-Virenschutz, Monitoring und klare Sicherheitsrichtlinien gehören deshalb heute zu den wichtigsten Maßnahmen in der Unternehmens-IT.

Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Kunden gezielte Fernwartungs- und Remote-Zugriffslösungen statt pauschaler Netzwerkzugänge. Wo ein VPN-Zugang weiterhin erforderlich ist, setzen wir auf Netzwerksegmentierung, klare Berechtigungsregeln und achten darauf, dass das verwendete Endgerät immer professionell verwaltet und überwacht wird. Im Rahmen unserer IT-Service-Flatrate nehmen wir solche Geräte deshalb in die zentrale Wartung und das Monitoring mit auf.

Fazit

VPN bleibt ein bewährtes und wichtiges Werkzeug für Unternehmen.

Die entscheidende Frage lautet heute jedoch nicht mehr nur, wie Mitarbeiter eine Verbindung zum Unternehmensnetzwerk herstellen.

Wichtiger ist, welchen Zugriff sie tatsächlich benötigen.

Unternehmen sollten deshalb prüfen, ob bestehende VPN-Konzepte noch zur heutigen Arbeitsweise passen. Nicht jeder Benutzer benötigt einen vollständigen Netzwerkzugang. Häufig sind gezielte Zugriffslösungen sicherer, übersichtlicher und einfacher zu betreiben.

Unsere Sicherheitskonzepte konzentrieren sich deshalb nicht nur auf die Absicherung der Verbindung, sondern vor allem auf die gezielte Begrenzung von Zugriffsrechten und die Sicherheit der verwendeten Endgeräte.

Denn im Ernstfall entscheidet nicht allein die verschlüsselte Verbindung darüber, wie groß der Schaden wird. Entscheidend ist, ob ein kompromittiertes Konto oder Gerät nur begrenzten Zugriff hat – oder sich frei im Unternehmensnetzwerk bewegen kann.

FAQ

Nein. VPN ist nicht automatisch unsicher. Eine moderne und korrekt konfigurierte VPN-Lösung kann weiterhin ein sinnvoller Bestandteil der Unternehmens-IT sein. Wichtig ist jedoch, dass Anmeldung, Berechtigungen, Endgeräte und Netzwerkzugriffe konsequent abgesichert werden.

Nicht alle VPNs bieten Multifaktor-Authentifizierung (MFA) an. Wenn es angeboten wird ist es ein wichtiger Sicherheitsbaustein, der aber allein nicht ausreicht. MFA schützt vor allem den Anmeldeprozess. Entscheidend ist zusätzlich, welcher Benutzer sich anmeldet, ob das verwendete Endgerät gut gewartet und sicher ist und auf welche Systeme nach dem Login tatsächlich zugegriffen werden darf.

Die Sicherheit des Remote-Zugriffs hängt stark vom verwendeten Endgerät ab. Wenn ein Gerät nicht verwaltet, nicht aktuell oder bereits kompromittiert ist, kann auch eine verschlüsselte VPN-Verbindung zum Risiko werden. Deshalb sollten geschäftlich genutzte Endgeräte professionell gewartet, aktualisiert und überwacht werden.

VPN kann weiterhin sinnvoll sein, wenn ein vollständiger oder technisch notwendiger Zugriff auf interne Systeme erforderlich ist. Wichtig ist, dass dieser Zugriff nicht pauschal vergeben wird, sondern durch klare Berechtigungen, Netzwerksegmentierung, Multifaktor-Authentifizierung und sichere Endgeräte abgesichert ist.

Je nach Anwendungsfall können webbasierte Anwendungen, Cloud-Dienste, gezielte Remote-Zugriffe oder Fernwartungslösungen sinnvoller sein als ein vollständiger Netzwerkzugang. Moderne Zugriffskonzepte stellen möglichst nur die Anwendungen und Systeme bereit, die ein Mitarbeiter tatsächlich benötigt.

Viele VPN-Konzepte stammen aus einer Zeit, in der Remote-Arbeit anders organisiert war. Heute arbeiten Unternehmen stärker mit Cloud-Diensten, mobilen Endgeräten und verteilten Teams. Deshalb lohnt es sich zu prüfen, ob bestehende Zugriffe noch notwendig, angemessen und sicher abgesichert sind.

VPN im Einsatz? Dann lohnt der Blick aufs Zugriffskonzept.

Sie möchten wissen, ob Ihr Remote-Zugriff noch zu Ihrer heutigen IT-Sicherheitsstrategie passt? Wir prüfen gemeinsam, welche Zugriffe wirklich notwendig sind – und wie sich Benutzer, Endgeräte und Systeme sinnvoll absichern lassen.

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